Steckbrief
Praxis
Praxis für Physiotherapie Schröder
Ort
Burgstädt, Sachsen
Lösung
TI-Anbindung, Kocobox, KIM
Wer als Physiotherapeut oder Physiotherapeutin noch nicht mit dem Begriff Telematikinfrastruktur – kurz TI – in Berührung gekommen ist, wird es bald sein. Denn die gesetzlich vorgeschriebene Anbindung an das digitale Gesundheitsnetz der Kassenärztlichen Versorgung betrifft seit einigen Jahren nicht mehr nur Arztpraxen, sondern schrittweise auch Heilmittelerbringer wie Physiotherapien. Was das konkret bedeutet, was dabei schiefgehen kann und wie die Umsetzung trotzdem gelingt, zeigt das Beispiel der Physiotherapie Steffi & Stefan Schröder aus Burgstädt in Sachsen.
Die Praxis von Diplom-Physiotherapeutin Steffi Schröder und Sportphysiotherapeut Stefan Schröder ist ein gut aufgestelltes Fachzentrum für Physiotherapie, das ein breites Leistungsspektrum anbietet – von klassischer Physiotherapie über Manuelle Therapie bis hin zu speziellen Kursangeboten wie dem Eltern-Baby-Programm. Für Stefan Schröder war die bevorstehende TI-Pflicht kein Wunschprojekt, sondern eine regulatorische Notwendigkeit, die er gemeinsam mit der LCE anging.
Was ist die Telematikinfrastruktur – und warum betrifft sie jetzt auch Physiotherapien?
Die Telematikinfrastruktur ist das sichere digitale Netzwerk des deutschen Gesundheitswesens. Sie ermöglicht den verschlüsselten Austausch von Patientendaten zwischen Leistungserbringern – etwa das Versenden von Arztbriefen über den sicheren Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) oder den Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA). Um an dieses Netz angebunden zu werden, brauchen Einrichtungen bestimmte Identifikationsmittel und technische Komponenten: einen Heilberufsausweis (HBA) für die behandelnde Person, eine sogenannte Institutionskarte (SMCB, Security Module Card Typ B) für die Praxis sowie ein zugelassenes Konnektorgerät – im Fall von Physiotherapie Schröder die Kocobox – das die sichere Verbindung ins TI-Netz herstellt.
Beantragung: Wo die eigentliche Herausforderung beginnt
Was technisch klar klingt, erwies sich in der Praxis als ausgesprochen bürokratisch. Der Prozess startete im Sommer 2025 mit der Beantragung des Heilberufsausweises (HBA) – allein dieser Schritt nahm rund zwei Monate in Anspruch. Die Beantragung der SMCB, der Institutionskarte für die Praxis, folgte und dauerte weitere vier Wochen, wobei das LCE-Team Stefan Schröder dabei aktiv unterstützte. Das klingt überschaubar, war es aber nicht immer: Sowohl bei der Auswahl der zuständigen Ausgabestellen als auch bei der Navigation durch die jeweiligen Antragsportale gab es erhebliche Hürden. Die Menüführungen der verschiedenen Herausgeber sind komplex und für Außenstehende schwer verständlich – intern bei LCE wird der Antragsprozess mit dem Begriff „Passierschein 46″ umschrieben, als Metapher für bürokratische Hindernisse, die überwunden werden wollen, aber kaum intuitiv zu bewältigen sind. Dazu kam die Frage, welcher Träger überhaupt zuständig ist: Für Physiotherapien gelten andere Ansprechpartner als für Arztpraxen, was den Prozess zusätzlich verzögerte und Recherche erforderte.
Die technische Umsetzung: Kocobox, Kartenterminal und KIM
Nachdem die Karten schließlich vorlagen, konnte das LCE-Team die eigentliche technische Einrichtung vor Ort vornehmen. Die Kocobox – ein von der Gematik zugelassener Konnektor speziell für kleinere Einrichtungen – wurde installiert und konfiguriert. Zusätzlich wurde ein Kartenterminal eingerichtet, in das HBA und SMCB eingesteckt werden und das die Authentifizierung der Praxis gegenüber dem TI-Netz ermöglicht. Als dritten Baustein wurde KIM eingerichtet: der sichere E-Mail-Dienst für das Gesundheitswesen, der in diesem Fall über das bekannte E-Mail-Programm Thunderbird integriert wurde. So kann die Praxis Schröder künftig Arztbriefe, Befundberichte und andere sensible Dokumente datenschutzkonform und sicher mit anderen Einrichtungen austauschen – eine Grundvoraussetzung für die moderne, vernetzte Versorgung.
Was andere Physiotherapien daraus mitnehmen können
Das Projekt bei Physiotherapie Schröder zeigt exemplarisch, womit Heilmittelerbringer bei der TI-Anbindung rechnen müssen: Der technische Aufwand ist überschaubar, die bürokratische Vorbereitung hingegen nicht. Wer die Anbindung plant, sollte mit mehreren Wochen Vorlauf für die Kartenbeantragung rechnen und sich frühzeitig Unterstützung holen – idealerweise von einem IT-Partner, der den Prozess für Heilmittelerbringer kennt und begleiten kann. Die LCE hat diesen Weg gemeinsam mit Stefan Schröder gegangen: geduldig, lösungsorientiert und mit dem nötigen Überblick über Zuständigkeiten und Abläufe.
Das sagen unsere Kunden
„Wir wussten am Anfang ehrlich gesagt gar nicht so genau, was alles auf uns zukommt. Vor allem die Beantragung von HBA und SMC-B war deutlich aufwendiger als gedacht. Mit der Unterstützung von Herrn Mustermann und dem Team der LCE hatten wir aber jederzeit jemanden an der Seite, der den Überblick behalten hat und uns durch die einzelnen Schritte geführt hat. Am Ende lief die technische Umsetzung dann überraschend unkompliziert. Rückblickend sind wir froh, das Thema frühzeitig angegangen zu sein.“
Stefan Schröder, Inhaber, Physiotherapie Schröder